Unternehmensnachfolge – Probleme lösen

von 21 Jan 2121

Der Zahn der Zeit nagt an allen. So ist es vollkommen natürlich, dass ein Unternehmer auf das Rentenalter steuert und vor der Aufgabe steht, wie die Zukunft für sein Unternehmen aussehen soll. Die logische Schlussfolgerung ist eine Unternehmensnachfolge. Neben vielen Chancen und Möglichkeiten klingt dieser Begriff leichter, als die Umsetzung manchmal ist.

Was ist eine Unternehmensnachfolge?

Unter einer Unternehmensnachfolge versteht man den Verkauf oder die Übergabe eines Unternehmens durch den Senior-Unternehmer an einen geeigneten Nachfolger. Die naheliegende Umsetzung ist, dass einfach die Kinder des Unternehmers das Erbe übernehmen und den Betrieb weiterführen. Doch leider besitzt nicht jedes Unternehmen diese Option. Dadurch kommt es oft dazu, dass ein externer Nachfolger gesucht wird, der das Unternehmen übernimmt.

Was sind die Vorteile einer Unternehmensnachfolge?

Den wohl erkenntlichste Vorteil findet man auf der Seite des Senior-Unternehmers. Durch eine Unternehmensnachfolge sichert er sein Lebenswerk und ermöglicht, dass es trotz seiner Abwesenheit weiterhin bestehen bleibt. Mit dem Verkauf und dem Gewinn daraus ist der Senior-Unternehmer auch in seinem Lebensabend abgesichert. Aber welche Vorteile hält eine Unternehmensnachfolge fürn den Nachfolger bereit?

Als ein Nachfolger in einem Unternehmen ist er nun Führungskraft. Für viele kann das die Erfüllung eines langjährigen Traumes sein, für andere ist es der Weg aus der Arbeitslosigkeit. Die Nachfolge bietet im Gegensatz zur Neugründung aber nicht nur diese Chancen, sondern auch noch weitere Möglichkeiten. Durch ein bestehendes Unternehmen greift man nämlich auf eine bereits bestehende Firmenorganisation und -struktur zurück. Mit Hilfe der eingespielten Mitarbeiter und dem bereits bestehenden Kundenstamms ist wenig Raum für Existenzängste gegeben. Dennoch ist ein Unternehmen nie ein Zustand, sondern immer ein lebendiger Prozess. So können die Nachfolger ihr eigenen Vorstellungen eines Unternehmens mit in die Gestaltung und Führung einfließen lassen, haben aber immer eine gewisse Grundsicherheit. Allerdings ist auch hier immer ein Risiko für Fehler und die Unternehmensnachfolge ist kein Erfolgsgarant.

Wie sieht der momentane Lage bei der Unternehmensnachfolge aus?

Deutschlandweit ist die Lage hinsichtlich der Unternehmensnachfolge noch ausbaufähig. Insgesamt werden im Handel und im Hotel- und Gastrogewerbe am meisten Nachfolger für Unternehmen gesucht, während die Industrie genügend Interessierte für zu übernehmende Unternehmen hat. Allerdings fanden 2019 branchenübergreifend betrachtet 48% der Senior-Unternehmer keinen geeigneten Nachfolger. Im Gegensatz dazu suchten aber 50% der potenziellen Nachfolger nach einem Unternehmen. Jedoch fanden sie kein Unternehmen oder es scheiterte im Initiierungsprozess. Aber wie kommt es dazu, dass keine Nachfolgen stattfinden, obwohl genügend Senior-Unternehmen suchen und genügend potenzielle Nachfolger an einer Übernahme interessiert sind?

Was sind die Problematiken?

Die wohl größte Problematik liegt darin, dass beide Parteien erstmal gar nicht zusammen finden. Meistens findet man das passende Unternehmen oder den passenden Nachfolger nicht vor der Tür. Der Prozess wird dann eben dadurch gehemmt, dass beide Seiten nicht wissen, wo sie nach dem jeweils anderem zu suchen haben. Ihnen fehlt auf jeden Fall eine gemeinsame Schnittstelle. Und ohne Schnittstelle kann kein Kontakt entstehen, was essenzielle für eine Übernahme ist.

Wenn diese Problematik nicht besteht, hört es aber leider noch nicht auf. Die schwierigste Hürde ist wohl zum einen die emotionale Belastung der ganzen Situation. Der Senior-Unternehmer steht kurz davor, sein Lebenswerk aus seinen Händen zu geben. Fühlt er sich mit der Situation nicht wohl oder kann dem Nachfolger nicht komplett vertrauen, können sich schnell emotionale Blockaden formen. Dadurch wird der Prozess erschwert und zielführende Verhandlungen sind nur noch bedingt möglich.

Neben der emotionalen Komponente kommt zum anderen aber auch die betriebswirtschaftliche und rechtliche Komponente mit ins Spiel. Alleine der Kaufbetrag kann da schon zum scheitern der Situation führen, wobei der Senior-Unternehmer anfänglich meist einen zu hohen Kaufpreis ansetzt. Auch die Rechtsgrundlagen sind auf beiden Seiten kompliziert und müssen vor Festlegung gut überdacht sein. Als Laie kann einem diese Situation schnell aus dem Konzept bringen. Doch was sind mögliche Lösungen, um diese Probleme zu umgehen?

Was sind mögliche Lösungsansätze?

Auch die Bundesregierung war sich dieser Problematik bewusst. Deswegen hat sie im Herbst 2019 die Initiative „Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“ ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, die eben angesprochenen fehlenden Schnittstellen zwischen Senior-Unternehmern und potenziellen Nachfolgern zu schaffen. Außerdem zu dem Programm, die generelle Aufklärung zum Thema Unternehmensnachfolge zu fördern. Durch Gründungsmentoren sollen darüber hinaus potenzielle Nachfolger auf die Übernahme mit all ihren Hürden vorbereitet werden. So wird auch der spätere Kontakt zu den Senior-Unternehmern erleichtert.

Diese Initiative erleichtert aber nicht nur die Vorbereitung auf die Unternehmensnachfolge. Durch Schaffung von Schnittstellen fördert die Bundesregierung bestimmte Börsen, auf denen sich Unternehmer und Nachfolger suchen und finden können. Ist das geschafft, ermöglicht das Programm, dass die beiden Parteien nicht alleine gelassen werden. Durch die Förderung von Beratungsstellen haben beide Seiten eine Anlaufstelle, wenn es Fragen oder Konfliktpotenzial gibt. Oft sind zwei Personen doch eben einer zu wenig und mit einem externen Berater, der neutral und informiert ist, können Abläufe verkürzt werden. Das ermöglicht, dass beide Parteien schnellstmöglich ihr gemeinsames Ziel erreichen: Die Unternehmensübernahme.

Wenn Sie nun auch Interesse an einer Unternehmensnachfolge bekommen haben, stehen wir Ihnen als Beratungsstelle zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns gerne und machen den ersten Schritt in Richtung Selbstständigkeit.