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Rechtsform bei der Unternehmensgründung

von 5 Feb 2121

Die Idee ist spruchreif gemacht, der Businessplan steht und Sie sind voller Vorfreude auf die Gründung Ihres Unternehmens. Doch egal, ob ein Imbiss, ein Handwerksunternehmen oder ein sonstiges Unternehmen: Alle brauchen eine Rechtsform. Wir bringen heute ein bisschen Licht ins Dunkle, was eine Rechtsform überhaupt ist und wie Sie die richtige auswählen können.

Was ist eine Rechtsform und wofür ist sie gut?

Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass eine Rechtsform finanzielle, steuerliche und rechtliche Auswirkungen auf das eigene Unternehmen hat. Deswegen ist es auch so wichtig, dass Sie sich informiert und bewusst für eine der vielen Möglichkeiten entscheiden.

Etwas genauer betrachtet, ist die Rechtsform der durch das Gesetz vorgeschriebene rechtliche Rahmen. Damit werden Voraussetzungen und Charakteristika festgelegt, um am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Man kann also eine noch so gute Geschäftsidee haben, ohne die richtige Rechtsform läuft gar nichts.

Damit Sie einen guten Start in Ihre Selbstständigkeit haben, folgt hier nun ein kleiner Überblick über die gängigsten Rechtsformen.

1. Einzelunternehmen: das Starterpack für die Selbstständigkeit

Angefangen mit der Rechtsform des Einzelunternehmens. Diese Art der Selbstständigkeit entsteht automatisch bei einer Geschäftseröffnung. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass es nur einen Betriebsinhaber gibt, man also alleine das Unternehmen führt. Für die Gründung wird kein Mindestkapital benötigt und ist somit für den Einstieg gut geeignet.

Vorteil hierbei ist, dass man als Einzelunternehmen nicht in Konflikte mit etwaigen Partner kommen kann. Anderseits sind Sie damit auch bei allen Entscheidungen auf sich gestellt und haben keinen, der mit Ihnen die Verantwortung trägt. Des Weiteren haften Sie als Einzelunternehmer in vollem Umfang. Das heißt, sowohl mit Ihrem Geschäfts- als auch mit Ihrem Privatvermögen. Trotz der Risiken ist das Einzelunternehmen die empfohlene Rechtsform, wenn es um den Start in die Selbstständigkeit geht.

2. Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): ein „lockerer“ Zusammenschluss

Eine GbR ist ähnlich sinnvoll zum Anfang der Selbstständigkeit wie ein Einzelunternehmen. Der Unterschied ist, dass Sie hier nicht alleine der Betriebsinhaber sind, sondern sich mit einem oder mehreren Partner zusammen geschlossen haben. Ähnlich wie beim Einzelunternehmen ist auch hier kein Mindestkapital erforderlich. Außerdem ist der Name „lockerer“ Zusammenschluss tatsächlich Programm. Prinzipiell müssen Sie den Zusammenschluss mit Ihren Partnern nicht einmal vertraglich festhalten. Darauf Sollten Sie jedoch auf alle Fälle bestehen, um etwaigen Eventualitäten vorzubeugen.

Vorteil bei dieser Rechtsform ist vor allem, dass trotzdem noch jeder Teilhaber genügend Freiraum hat. Allerdings ist das nicht bei allen Belangen der Fall. Der Nachteil einer GbR besteht nämlich darin, dass Sie auch hier wieder zu voller Haftung mit Geschäfts- und Privatvermögen verpflichtet sind. Kann Ihr Teilhaber den Kredit nicht zurückzahlen, können also auch Sie dafür verantwortlich gemacht werden.

3. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH): Rechtsform mit Haftung ohne Privatvermögen

Wem es szu gefährlich ist, auch mit seinem privatvermögen zu haften, kann alleine oder mit mehreren Partner eine GmbH gründen. Im Gegensatz dazu, dass man nicht mehr privat haftbar gemacht werden kann , muss Sie hierbei nun aber ein Startkapital von mindestens 25.000€ vorweisen können. Die häfte davon muss dabei schon vorhanden sein, noch bevor Sie sich ins Hnadelsrigister eintragen lassen. Zum Betreibsvermögen zählt allerdings nicht nur das eigentliche Kapital, sondern auch Sachwerte, die allerdings zuvor geschätzt werden müssen.

Der Vorteil einer GmbH liegt vor allem darin, dass es steuerliche Vorteile mit sich bringen kann. Außerdem genießt eine GmbH bei Kunden, Lieferanten und Banken meist ein besseres Ansehen. Der größte Nachteil einer GmbH besteht vermutlich darin, dass die Gründungsformalitäten und Buchführungen etwas aufwändiger sind. So muss beispielsweise der Gesellschaftervetrag meist noch von einem Notar beglaubigt werden. Dabei kommen Kosten zu Stande, bei denen man mit mindestens 400€ rechnen muss.

Eine weitere Besonderheit bei der GmbH ist die Rechtsgrundlage. Eine GmbH ist eine juristische Person, nicht Sie als Gesellschafter sind zahlen also Steuern oder besitzen Vermögen, sondern die GmbH an sich. Deswegen benötigt die GmbH einen Geschäftsführer. Das kann eine angestellte Person sein oder einer der Gesellschafter übernimmt diese Aufgabe.

4. Unternehmergesellschaft (UG) haftungsbeschränkt: die kleine GmbH

Diese Rechtsform ist passend für alle, die auf die Vorteile einer haftungsbeschränkten Gesellschaft nicht verzichten möchten, aber nicht genügend Startkapital haben. Zur Gründung einer UG reicht ein Startkapital von einem Euro pro Gesellschafter und auch die Notarkosten sind günstiger. Außerdem gibt es für weitere Gründungsformalitäten Gründungsprotokolle für weniger Arbeit.

Vorteil an einer UG ist, dass es die Vorteile einer GmbH mit sich bringt und auch auf einer richtige GmbH hinarbeitet. Bei der UG als Rechtsform ist man nämlich dazu verpflichtet, jährlich ein Viertel seines erwirtschafteten Gewinns als Rücklage zu sichern. Wenn damit 25.000€ erreicht sind, steht einem Wechsel zu einer GmbH nichts mehr im Wege. Da eine UG aber eben auch nur eine kleine GmbH ist, hat sie im Gegensatz zur normalen GmbH kein so gutes Ansehen bei Kunden, Lieferanten und Banken.

5. Aktiengesellschaft (AG): Rechtsform für mehr Startkapital

Bei einer Aktiengesellschaft können Sie mit Partnern oder als Solo-Gründer mit Ihrem Unternehmen an die Börse gehen. Das Ziel dahinter ist, dass Kapital des Unternehmens zu erhöhen, da nun viele Personen Aktien Ihres Unternehmens kaufen können und somit das Kapital erhöhen. So hat das Unternehmen mehr Geld zu Verfügung, muss damit aber auch ein Mindestkapital von 50.000€ aufbringen.

Eine Aktiengesellschaft benötigt keinen Geschäftsführer, dafür aber einen Vorstand, der auch nur aus einer Person bestehen kann. Außerdem wird ein mindest dreiköpfiger Aufsichtsrat benötigt. Dieser könnte dann die Entscheidungen des Aktionärs beschränken.

Vorteil einer AG als Rechtsform entwickelt sich daraus, dass Sie durch Aktien schnell ihr Kapital erhöhen kann. So steigt ebenfalls wieder das Ansehen bei Kunden, Lieferanten und Banken. Der Nachteil bei einer Ag besteht darin, dass nicht nur der Gründungs- und Verwaltungsaufwand um einiges aufwändiger und komplizierter ist, sondern das Unternehmen auch zur Offenlegung verpflichtet ist. So ist man beispielsweise jedes Jahr dazu verpflichtet seine Jahresbilanz auch für die Konkurrenz offen zu legen.

Die Entscheidung für eine Rechtsform hat also einen großen Einfluss auf die Gründung Ihres Unternehmen. Deswegen sollten Sie alle Vor- und Nachteile individuelle für Ihr uNternehmen und Ihre Branchensituation abwägen.

Befinden Sie sich auch gerade kurz vor einer Unternehmensgründungen? Wenn das der Fall ist und Sie noch weitere Fragen zur Rechtsform oder zu anderen wichtigen Dingen rund um die Gründung haben, sprechen Sie uns gerne an!